Die Militärintervention in Mali: französische Truppen raus aus Afrika! (aus Lutte Ouvrière - Arbeiterkampf - vom 18. Januar 2013)

Print
Die Militärintervention in Mali: französische Truppen raus aus Afrika!
Januar 2013

Viele Einwohner Malis sowie Malier in Frankreich hoffen vielleicht darauf, dass das militärische Eingreifen Frankreichs sie vor den bewaffneten Banden schützen wird, die im Namen Gottes die Bevölkerung im Norden des Landes terrorisieren. Diese fundamentalistischen Fanatiker verfügen seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes über ein großes Waffenarsenal und zahlreiche Söldner, die aus Libyen verjagt wurden. Sie geben vor, die "Scharia" anzuwenden. Über diesen Weg, über Einschüchterungen, wollen diese Banden ihre Macht über die Einwohner und insbesondere über die Frauen vergrößern. Doch von den französischen Truppen kann die Bevölkerung keinen wirklichen Schutz erwarten.

Selbst wenn sie als eine Unterstützung zur malischen Armee offiziell vorgestellt wird, um sich gegen das Vordringen nach Süden der Pick-ups der so genannten "dschihadistischen" Banden zu wehren, ist diese am 11. Januar ausgelöste Operation mit dem Namen Serval nur ein zusätzlicher Militäreinsatz des französischen Imperialismus in einer Region, die er wie seine Einflusssphäre betrachtet. Und diese Verstärkung der französischen Streitkräfte (bis zu 2.500 oder 3.000 Soldaten) vor Ort, mit Truppen die aus Frankreich kommen oder aus Burkina Faso, Abidschan oder NDschamena verlegt werden, hat mit dem Interesse der örtlichen Bevölkerungen nicht viel zu tun.

Seit dem Ende der Kolonialzeit haben die Großmächte, mit dem französischen Imperialismus an der Spitze, die ganze Region wie Beute unter sich aufgeteilt. Sie sind wie besessen von den vielen kostbaren Bodenschätzen, oft Erdöl und Erdgas, und hier vor allem Gold, Eisen und Uran. Ihre Konzerne plündern diese Bodenschätze und den fruchtbaren Boden. Diese Plünderung führt zu wachsendem Elend unter den Dorfbewohnern, die man ihres Ackerlandes beraubt und die vor den Konflikten der bewaffneten Banden fliehen müssen - Banden, die gerade auf diesem Nährboden stark werden und die um die Brotkrumen kämpfen, die vom Tisch der Mächtigen herunterfallen.

Genau diese Situation schafft den Nährboden, auf dem Gruppen wie al-Qaida des Islamischen Maghreb oder Ansar Dine zu gedeihen versuchen. Sie behaupten die Einwohner gegen ihren Willen zu rächen, indem sie ihrerseits sie den Plünderungen und den Übergriffen unterwerfen. Genau diese Situation erleben bereits einige Regionen der Welt, von Afghanistan bis zum Irak, die vorher von Kriegen verwüstet wurden, die die Großmächte gegen die Bevölkerung geführt haben - im Namen ihrer "Befreiung". Und was das Verhalten der so genannten "Befreiungs"-Truppen gegenüber der Bevölkerung angeht, so wird es letztlich vielleicht nicht besser sein als das der jetzigen Besatzungstruppen im Norden Malis.

Vielleicht lässt Hollande die französischen Streitkräfte, mit Truppen aus anderen afrikanischen Ländern, in dem Sumpf eines endlosen Krieges versinken.

Wir müssen Nein sagen zu diesem Militäreinsatz, den die Regierung Hollande beschlossen hat, und deutlich erklären, dass die französischen Konzerne und Soldaten aus Afrika verschwinden müssen, wo sie nichts zu suchen haben.

18. Januar 2013